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Bilder der Generalversammlung 2006 (hier klicken)
Generalversammlung des Hanse-Parlaments 2006 in Kopenhagen
Ehemaliger dänischer Premier unterstützt Ziele des Hanse-Parlaments
Die Mitglieder und Projektpartner des Hanse-Parlaments trafen sich vom 22. bis 24. Juni zu ihrer Generalversammlung, die in diesem Jahr in Kopenhagen stattfand. 74 Unternehmer, Wissenschaftler und Führungskräfte von Kammern und Verbänden der mittelständischen Wirtschaft aus allen Ostseeanrainerländern diskutierten drei Tage lang, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands und des gesamten Ostseeraumes gestärkt werden kann.
Unterstützung bekamen sie dabei von Poul Nyrup Rasmussen, der einen Vortrag vor der Generalversammlung hielt. Der ehemalige dänische Premierminister und jetzige Präsident der Sozialisten im Europaparlament wies auf das enorme Potenzial des Ostseeraumes und seiner mittelständischen Unternehmen hin. „Die kleinen und mittleren Unternehmen investieren jedoch noch zu wenig in Forschung und Entwicklung“, sagte Rasmussen. Dies ist u.a. auf fehlendes Eigenkapital und rigide Kreditpolitik privater Banken zurückzuführen. Die KMUs im Ostseeraum hätten jedoch die Möglichkeit, Netzwerke zu bilden und gemeinschaftlich Fördermittel der Europäischen Union beantragen, um auf diese Weise ihre Innovationsfähigkeit zu stärken, erklärte Rasmussen.
„In diesem Punkt wird künftig ein Schwerpunkt der Arbeit des Hanse-Parlaments liegen“, sagte Jürgen Hogeforster in Kopenhagen. Der Verband wird überbetriebliche Kooperationen im Forschungsbereich unterstützen und will auf der Basis einer räumlich abgestimmten Arbeitsteilung bei Kammern und Verbänden des Ostseeraumes Kompetenz-Zentren „Innovationen und Qualifizierung“ für Handwerk und Mittelstand entwickeln. „Die Forschungsförderung richtet sich ausdrücklich nicht nur an Hightech-Firmen, sondern auch an klassische Branchen der mittelständischen Wirtschaft“, machte Hogeforster in Kopenhagen deutlich.
Der Ostseeraum als Ganzes muss nach Meinung von Poul Nyrup Rasmussen zudem seine Investitionen in den Bildungssektor deutlich erhöhen sowie seine Arbeitsmärkte öffnen und flexibilisieren, wenn er mit der weltweiten Konkurrenz mithalten will. „Wir können den Menschen nicht mehr versichern, dass sie ihre Arbeitsplätze ein Leben lang behalten“, meinte Rasmussen, „wir müssen ihnen jedoch garantieren können, dass sie schnell wieder einen neuen Arbeitsplatz finden, sobald sie ihren alten Job einmal verloren haben.“
Ostseeweites Studium für Handwerks-Elite
Duales Bachelor-Studium wird ausgeweitet – Kooperationsbörse eingerichtet
Kopenhagen – Gute Nachrichten für den ambitionierten Nachwuchs des Handwerks und Mittelstands: Das Hanse-Parlament hat auf seiner Generalversammlung in Kopenhagen angekündigt, das seit Oktober 2005 an der Hochschule 21 in Buxtehude erfolgreich etablierte duale Bachelor-Studium auf den gesamten Ostseeraum auszuweiten. Die Studiengänge, die eine vollständige Berufsausbildung mit einem betriebswirtschaftlichen oder technischen Studium vereinen, sollen neben Buxtehude an vier weiteren Standorten rund um die Ostsee angeboten werden. Die Handwerkskammer Hamburg hat zusammen mit den Handwerkskammern Lüneburg-Stade und Schwerin die Berufsakademie Hamburg gegründet, die schon im Oktober 2006 mit einem dualen Bachelor-Studium „Betriebswirtschaft und Management“ beginnen wird. Der Zuspruch bei den Unternehmen ist sehr positiv; interessierte Jugendliche mit Hochschulberechtigung aus Deutschland und dem gesamten Ostseeraum können sich noch bei der Berufsakademie Nord für diese Eliteausbildung bewerben.
„Die Zukunft von Mittelstand und Handwerk hängt entscheidend davon ab, ob die Betriebe gut ausgebildeten Nachwuchs für sich gewinnen können“, erklärt Dr. Jürgen Hogeforster, Vorsitzender des Hanse-Parlamentes. Schon heute hat das Handwerk im Ostseeraum mit einer Unternehmerlücke zu kämpfen: Es herrscht erheblicher Mangel an klugen jungen Köpfen, die sowohl die handwerkliche Praxis beherrschen als auch die notwendigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse besitzen, um ein Handwerksunternehmen erfolgreich zu führen.
Um dieses Problem zu lösen, fördert das Hanse-Parlament duale Bachelor-Studiengänge: Die Eliteausbildung für Unternehmer und Führungskräfte des Handwerks und Mittelstands im Ostseeraum. Das duale Studium kombiniert eine fundierte Berufsausbildung mit Gesellen- oder Facharbeiterabschluss und ein Studium mit internationalem Bachelor-Abschluss. Während des Studiums, das Studenten aus dem gesamten Ostseeraum offen steht, werden die praktische und die akademische Ausbildung parallel durchgeführt. Auf der Basis einer einheitlichen ostseeweiten Struktur sollen gleichzeitig ein internationaler Austausch sowie internationale Kenntnisse und Erfahrungen vermittelt werden.
Als weitere Standorte werden zurzeit Danzig (Polen), Pori (Finnland) und Vilnius (Litauen) entwickelt. Die Ausbildung soll an diesen Orten spätestens Ende 2007 starten. Die beteiligten Hochschulen und Universitäten an diesen Standorten sollen künftig auch ostseeweit zusammen arbeiten und Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die Unternehmen, die die praktische Berufsausbildung leisten, durchführen.
Ostseeweite Kooperationsplattform für Unternehmen
Das Hanse-Parlament stellte auf seiner Generalversammlung eine internetbasierte Kooperationsbörse für mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe vor, die noch in diesem Sommer frei geschaltet wird. Unternehmen aus dem Ostseeraum, die an grenzüberschreitender Zusammenarbeit interessiert sind, können sich selbst auf der Plattform mit einem Firmenporträt präsentieren und zudem gezielt nach potenziellen Kooperationspartnern suchen. „Das Unternehmensregister ist zum einen nach Branchen gegliedert“, erklärte Max Hogeforster, Projektmanager beim Hanse-Parlament, „zum anderen können Unternehmer auf der räumlichen Ebene postleitzahlengenau nach potenziellen Kooperationspartnern suchen.“ Die Kooperationsplattform des Hanse-Parlamentes wird ab dem Spätsommer im Internet unter www.baltic-cooperation.eu zu erreichen sein. Sowohl die Inserate als auch die Suchfunktionen sind kostenlos.
Erfolgreiche Bilanz der grenzüberschreitenden Unternehmens-Förderung
Der Verband Hanse-Parlament e.V., der seine Arbeiten am 1. April 2005 aufgenommen hat, konnte auf seiner Jahrestagung in Kopenhagen eine sehr erfolgreiche Bilanz über seine Tätigkeiten in den vergangenen 12 Monaten ziehen. Im Rahmen seiner Hauptaufgabe, der grenzüberschreitenden Förderung von Unternehmen des Handwerks und Mittelstands, konnten gemeinsam mit den 32 Mitgliedsorganisationen beachtliche Maßnahmen realisiert werden, beispielsweise:
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Realisierung von insgesamt 20 Export- und Beratungsseminare mit insgesamt 864 Unternehmen des Ostseeraumes
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Durchführung von 4 Kooperationsbörsen mit 152 Unternehmern aus den Ostseeanrainerländern mit einer Vermittlung von grenzüberschreitenden Kooperationen kleiner und mittlerer Unternehmen
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Veranstaltung von 4 internationalenTagungen und Kongressen für kleine und mittlere Unternehmen mit insgesamt 370 Teilnehmern zur Vermittlung von Informationen sowie zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit Universitäten und öffentlichen Wirtschaftsförderern
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Intensive Breiteninformation durch Schaffung einer Internetplattform, Veranstaltung von 4 Fernsehsendungen in Deutschland und 3 in Polen, Herausgabe einer Zeitschrift sowie eines Buches
Arbeitsprogramm für eine aktive Zukunftsgestaltung
Zugleich wurde auf der Jahrestagung in Kopenhagen ein umfassendes Programm zur aktiven Zukunftsgestaltung des Ostseeraumes und zur wirkungsvollen Förderung von Handwerk und Mittelstand verabschiedet. Neben einer intensiven Fortsetzung der laufenden Arbeiten wurden insbesondere folgende Schwerpunkte gesetzt:
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Entwicklung eines konkreten Konzepts zur Verbesserung der Rahmenbedingungen und zur Förderung von Handwerk und Mittelstand im Ostseeraum, das auf einer internationalen Konferenz am 26. und 27. September 2006 in Lodz mit Politikern und Wirtschaftsförderern vorgestellt und diskutiert werden soll.
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Intensive Förderung der beruflichen Qualifizierung und der Arbeitskulturen, u.a. Durchführung einer Hanse-Tagung mit Wissenschaftlern und Unternehmen des gesamten Ostseeraumes am 16. bis 18. November 2006 in Hamburg zum Thema: „Von der Geschichte zu Gegenwart und Zukunft: Mehrdimensionale Arbeitswelten rund um das Mare Balticum“.
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Entwicklung und Realisierung von Maßnahmen zur Förderung von Produkt- und Prozess-Innovationen auf breiter Basis in den mittelständischen Unternehmen des Ostseeraumes sowie zur Verbesserung der beruflichen Qualifizierung.
Die Mitglieder des Hanse-Parlaments sind sich einig, dass Handwerk und Mittelstand des Ostseeraumes nur eine Chance auf oberster Qualitätsebene sowie bei höchster Kreativität und Innovationskraft haben. Hogeforster fasste die Ergebnisse der Jahrestagung in Kopenhagen so zusammen: „Wir müssen schneller und besser sein als die weltweite Konkurrenz. Wir wollen dazu beitragen, dass der Ostseeraum zu einer innovativen und wirtschaftsstarken Region mit Weltgeltung wird.“
Die nächste Jahrestagung des Hanse-Parlaments findet im Oktober 2007 in Vilnius statt.
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